Hast du noch deine Freunde aus der Kindheit? Nein? Wäre aber besser für dein Leben. Unsere Autorin ist froh, dass die besondere Beziehung zu ihrem Kindheitsfreund noch immer hält. Trotz aller Hindernisse. Mein Kindheitsfreund heißt Alex. Wir sind befreundet seit wir neun Jahre alt sind. Wir sehen uns nicht mehr oft. An Weihnachten und vielleicht noch drei Mal im Jahr für ein paar Drinks. Öfter schaffen wir es nicht. Unsere Lebenswege sind anders verlaufen. Freunde sind wichtig. Sie verlängern das Leben. Wir haben nicht an derselben Uni studiert und teilen auch nicht den selben Freundeskreis. Aber jedes Mal, wenn wir uns sehen, ist es, als wäre keine Zeit vergangen. Unsere Gespräche sind gespickt mit Erinnerungen: Trauben ernten in der Toskana. Fallen stellen in Holland. Oder unser Ausflug in die TV-Welt Berlins. +++ Hier bekommst du Orange kostenlos per WhatsApp! +++ Freunde wie Alex sind Lebenselixier. Der Altersforscher Thomas Glass fand in einer Befragung von 2.700 Menschen über 65 Jahren heraus, dass Freunde das Leben bis zu einem Drittel verlängern. Mich wundert das nicht. Obwohl mein Kindheitsfreund und ich nur noch wenig Berührungspunkte haben, ist Alex immer noch der Mensch, der mich an meine Träume erinnert. Und an mich selbst. Während der Zeit an der Uni und vor allem im Berufsleben vergessen wir viel zu oft, wer wir wirklich sind und wer wir sein möchten. Wir verstellen uns und streben nach dem großen Erfolg. Machen Praktika und verlieren unsere Illusionen. Ecken an und denken darüber nach uns zu verändern. Uns anzupassen. Und manchmal geben wir unsere Träume auf und halten an der zweitbesten Lösung fest. Mein Lebensmotto von früher: The sky is the limit, heißt heute: Hauptsache ich werde glücklich. Doch dann kommt mein Kindheitsfreund Alex und holt mich für einen Abend zurück. Zurück in unsere Kindheit und erinnert mich an meine Ziele. Und noch viel wichtiger: Er erinnert mich daran, dass ich gut bin, so wie ich bin. Das ich mich nicht verändern muss und nicht an mir zweifeln sollte. Lebenslange Freundschaften sind selten, sagt der Psychologe Er muss es wissen. Er war mein erster Gegner bei Siedler von Catan und der erste Junge in den ich mich verliebte. Ob verheult an meinem fünfzehnten Geburtstag, weil mein Schwarm mich nicht wollte, oder mit Zahnspange. Alex war dabei. +++ Außerdem bei Orange: Warum ich meine beste Freundin nur im Internet treffe +++ Er kennt mich und all meine Facetten. Und er hat Recht. Ich muss für meine Träume kämpfen. Und darf Sie niemals aufgeben. Denn dann würde ich mich selbst verlieren. Nach ein paar Gläsern Wein versprechen wir uns euphorisch die Treue. Die große Freundschaft. In guten wie in schlechten Zeiten. Vielleicht ist die Lektion für ein erfülltes Erwachsenenleben nur die eine: Halte mit aller Macht an deinen Wurzeln fest. Psychologen wie Moritz Daum halten Freundschaften von der Kindheit bis ins hohe Alter für selten. Ich bin mir aber sicher: Egal, wohin mich mein Weg führen wird, egal was ich erreichen werde oder auch nicht - Alex wird da sein. Er wird mit mir Wein trinken und mir auch noch mit 40 erzählen, dass ich alles erreichen kann. Und dadurch wird alles ein bisschen weniger schlimm sein. Mehr auf Orange zu Freundschaft: Warum ich meine beste Freundin nur im Internet treffe „Einsamkeit ist die Plage unserer Generation“